Weibliche Startups von Gründerinnen
Es gibt einige Startups, die von Frauen gegründet wurden und erfolgreich auf dem Markt sind. Wir stellen euch ein paar interessante Unternehmen vor.
Es gibt einige Startups, die von Frauen gegründet wurden und erfolgreich auf dem Markt sind. Wir stellen euch ein paar interessante Unternehmen vor.
Unternehmen werden seltener von Frauen gegründet als von Männern. Nur bei jeder dritten Unternehmensgründung sitzt eine Frau mit im Gründungsteam. Dabei scheinen Frauen die Sache mit der Unternehmensgründung oftmals richtig anzugehen, denn laut der KfW werden Kredite häufiger bewilligt, wenn diese von Unternehmensgründerinnen stammen. Betrachten wir von Frauen gegründete Unternehmen, dann erkennen wir auch, dass das gut funktioniert. Weibliche Startups sind zwar nach wie vor in der Minderheit, aber es gibt keinen Grund, warum diese nicht aufholen sollten. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mag noch nicht in Sicht sein, aber gute Ideen und erfolgreich von Frauen gegründete Unternehmen machen Mut. Wir stellen einige weibliche Startups vor und geben dir Tipps von erfolgreichen Unternehmensgründerinnen.
Du trägst dich mit dem Gedanken, ein Unternehmen zu gründen, und bist auf der Suche nach Vorbildern? Bei den folgenden Gründerinnen kannst du dir einiges abschauen:
Wie die oben genannte Auflistung zeigt, sind viele weibliche Startups im Internet aktiv. Dank des Internets ist das Gründen so einfach wie nie zuvor.
Ein Grund, warum weibliche Startups es nach wie vor schwer haben, ist darin zu sehen, dass die Investorinnen fehlen. Investoren sind überwiegend männlich. Und Männer investieren bevorzugt in ihresgleichen. So kommt es, dass nur wenige der Startups in Deutschland von Frauen gegründet werden.
Ein Beispiel dafür sind die Gründerinnen Kati Ernst und Kristine Zeller. Die beiden Jungunternehmerinnen traten 2019 mit ihrem Produkt "Ooshi" bei der TV-Show "Höhle der Löwen" auf und stellten dort ihre Periodenunterwäsche "Ooshi" (wird "Uschi" ausgesprochen) vor. Die überwiegend männlichen Investoren trauten sich nicht recht an das Produkt ran, obwohl die Gründerinnen mit ihrer Periodenunterwäsche bereits erste Erfolge verzeichnen konnten. Inzwischen heißt das Produkt "Ooia" und die Unternehmensgründerinnen, die laut eigener Aussage in der TV-Show die Nachfrage kaum bedienen können, wollen mit ihrer Periodenunterwäsche Binden und Tampons ersetzen. In den USA ist Unterwäsche, die Flüssigkeit absorbieren kann, längst auf dem Markt und auch in Europa ist die Marke inzwischen erfolgreich – nach eigenen Angaben gibt es 400.000 Kund:innen.
Obwohl auch den männlichen Investoren Auftritt und Präsentation der Jungunternehmerinnen damals gefielen, verließen diese die TV-Show ohne Deal. Sie bekamen noch den Tipp, besser nach einer Investorin Ausschau zu halten. Allerdings sind weibliche Investorinnen in Deutschland rar gesät und so haben es weibliche Startups schwer, Unterstützung bei ihrer Unternehmensgründung zu finden. Erfolgsgeschichten wie Ooia zeigen dennoch, dass auch Gründerinnen erfolgreich sein können!
Eine BCG-Studie kam zu dem Ergebnis, dass in Deutschland nur vier Prozent der Startups allein von Frauen gegründet werden. Bei immerhin zehn Prozent der Unternehmensgründungen sind Frauen mit im Gründungsteam. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass 86 Prozent der Unternehmensgründungen allein von Männern initiiert werden. Zu den bekanntesten Unternehmensgründerinnen Deutschlands gehören unter anderem Lea-Sophie Cramer, Gründerin des Sexshops Amorelie, Pia Frey, Gründerin des Umfragetools Opinary, Chanyu Xu, Gründerin des Nahrungsergänzungsmittel-Unternehmens Her1 und Franziska von Hardenberg, Gründerin des Schmucklabels Holy Goldy und des Online-Blumenhändlers Bloomy Days. In einem Interview auf der Konferenz Female Future Force Day wurden die vier erfolgreichen Gründerinnen gefragt, warum es weniger Frauen bei den Unternehmensgründer:innen gibt und was getan werden müsste, um weibliche Startups zu fördern.
Lea-Sophie Cramer sieht einen Grund darin, dass vielen Frauen der Mut zur Unternehmensgründung fehlt und sie nicht auf ein Netzwerk bauen können. Es gibt wesentlich mehr Männernetzwerke als Frauennetzwerke und Männer pitchen ihrer Meinung nach besser. Sie nutzen ihr Netzwerk besser und holen sich vorab Feedback von anderen Gründern. Frauen müssen mutiger werden, Netzwerke aufbauen und Menschen ansprechen, die jene Erfolge feiern, die sie gerne hätten.
Pia Frey sieht im weiblichen Perfektionismus einen Grund dafür, dass weniger Frauen Unternehmen gründen. Viele Frauen wollen es von Anfang an perfekt machen. Bei einer Unternehmensgründung ist das nicht möglich. Hier musst du anfangen, dazulernen und flexibel bleiben. Dinge laufen nicht immer nach Plan bei einer Unternehmensgründung. Hinzukommt laut Pia Frey, dass es zu wenige weibliche Vorbilder gibt. Dennoch könnten auch Frauen mit verschiedenen Hintergründen und Ambitionen laut der Gründerin von Opinary erfolgreich neue Unternehmen schaffen.
Die Her1-Gründerin Chanyu Xu hat selbst die Erfahrung gemacht, dass sie ihre Idee, Nahrungsmittel speziell für Frauen anzubieten, den überwiegend männlichen Investoren immer viel ausführlicher erklären musste. Sie denkt, dass Frauen der Zugang zu Wagniskapital erleichtert werden und es mehr Investorinnen geben müsse.
Laut den vier erfolgreichen Unternehmensgründerinnen gibt es nicht den einen Weg zum erfolgreichen Business. Jede dieser Gründerinnen hat ihren eigenen Weg zum erfolgreichen Startup genommen. Manche wissen schon früh, dass sie einmal ein eigenes Unternehmen gründen wollen und gehen ihr Ziel strategisch an. Andere lassen sich von ihren Neigungen und Fähigkeiten treiben und landen am Ende bei einer Sache, die sie unbedingt machen möchten. Wer ein Unternehmen gründen möchte, muss seinen ganz eigenen Weg finden.
Es gibt vielleicht prozentual gesehen weniger weibliche Startups als männliche, aber es gibt genug, um dich zu deiner eigenen Unternehmensgründung inspirieren zu lassen. Wichtig ist, sich ein Netzwerk aufzubauen und sich an Menschen zu orientieren, die bereits das erreicht haben, was du erreichen willst. Vorbilder für weibliche Startups gibt es mittlerweile auch.